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Die Geschichte
Osterfelds im Zeitraffer - von 1774 bis zur jüngsten
Vergangenheit
Von Erwin Strieder Die Umstände der Gründung Osterfelds sind von einem Herrscherwechsel und mindestens einer Hochzeit begünstigt worden. |
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Im Jahre 1768 gab
Landgraf Ludwig der Achte, der Jägerlandgraf, die Herrschaft
über Hessen-Darmstadt ab. Sein Nachfolger wurde Landgraf
Ludwig, der 9. .
Dieser hatte nichts mit der Jagd im Sinne, deshalb
hatte er auch nichts dagegen, dass in den wildreichen
Wäldern Siedlungen angelegt wurden, wie auf dem Osterfeld
bei Allendorf und auf der „Pfütze“ bei Bromskirchen.
Soweit zum Herrscherwechsel, der die Gründung der „Kolonie“
begünstigte. Im
November 1773 heiratete in Allendorf Johannes Pauly. Der
25jährige war neben Johannes Wickenhöfer und Alexander Bende
einer der drei Gründer Osterfelds, die nach der fürstlichen
Genehmigung hier ab 1774 die ersten Häuser bauten. Die
Eheschließung mag ein Grund gewesen sein, dass Pauly und
seine Frau eine neue Existenz beginnen wollten.
Schon im Jahre 1775
wurden eine Geburt, ein Todesfall und eine weitere Hochzeit
in Osterfeld in den Battenfelder Kirchenbüchern
festgehalten.
Die Erbleihe war
von der Herrschaft in Darmstadt unter der Bedingung der
Zahlung
etlicher Abgaben genehmigt worden, doch schon 1782 hieß es
in einem Bericht an die Regierung: „Bis zum Jahr 1782 haben
die Kolonisten außer einem Teil des Zehnten gnädigster
Herrschaft nicht das mindeste eingebracht, sondern sowohl
der Erbzins als auch das Fron-Geld musste ihnen auf ihre
ständigen Gesuche wegen ihrer zerrütteten Umstände erlassen
werden. Ein rauer Himmelsstrich, ein schlechter, undankbarer
Boden, Mangel an Weide und endlich die beträchtliche Summe,
welche die Kolonisten auf die Erbauung ihrer Grundstücke
verwendet hatten, sind als die hauptsächlichen Ursachen des
Nichtgedeihens dieser Kolonie anzusehen.
Im Jahre 1791
heiratete Daniel
Ludwig aus Allendorf eine Tochter des Johannes
Wickenhöfer, zog nach Osterfeld, es kam zum Bau des vierten
Hauses in Osterfeld.
Im Jahr 1823 zog
ein Bruder Ludwigs zu und baute das fünfte Haus.
1895 kam es zur
Einheirat eines Mannes namens Lichtenfels aus Treisbach bei
Wetter in das Haus Ludwig.
1903 folgte der Bau
des siebten Hauses, das jetzige Forsthaus. Das sechste Haus
war das heutige Lebenshaus, eine frühere Gastwirtschaft.
1908 wurde Bau der
Eisenbahnlinie an Osterfeld vorbei nach Hallenberg
fertiggestellt, Ruinen und der Friedhof des wüst gewordenen
Dorfes Brunstadt im Linsphertal wurden bei den Bauarbeiten
gefunden. Der heutige Name „Braustadtstraße“ erinnert an das
frühere Dorf, das im 14.Jahrhundert bestand und später wüst
wurde.
Bei einem Brand
fiel die letzte Köhlerhütte im Jahre 1926 in der
Habichtsdelle dem Feuer zum Opfer. Beschuldigt waren damals
als Brandstifter drei 13jährige Allendorfer Jungen. Durch
Abwurf von Munitionsplättchen aus englischen Flugzeugen kam
es 1942 zu einem Brand in Osterfeld.
1952 wurde
Osterfeld als letztes Dorf Hessens an das elektrische
Stromnetz angeschlossen. Eine alte Petroleumlampe trugen die
Osterfelder nach einer Feier in Anwesenheit des Landrats
Stapenhorst zu Grabe.
Zur 700-Jahr-Feier
in Allendorf in 1963 waren die Osterfelder mit zwei
Motivwagen im Festzug vertreten.
1964 kam es zur
Bildung einer neuen Kirchengemeinde für Allendorf mit
Osterfeld, die neue Allendorfer Kirche wurde 1965
eingeweiht.
Ende der 60er Jahre
kam das Ende der Eisenbahnlinie Allendorf-Hallenberg.
Erst 1969 erhielt Osterfeld eine Wasserleitung, bis dahin
versorgten sich die Bewohner aus eigenen Brunnen.
1981/82 kam es zum
Ausbau der Kreisstraße nach Osterfeld. In den 70er und 80er Jahren entstanden immer neue Häuser in Osterfeld. Anfang der 90er Jahre wurde das neue Baugebiet Brunkel/Eichborn/Trift ausgewiesen, viele neue Häuser entstanden.
Seit 1994 gibt es
das „Christliche Lebenshaus“ in Osterfeld, in dessen Garten
wurde später eine Kapelle gebaut, in der seit einem Jahr
monatliche Gottesdienste stattfinden.
In 1999 wurde
der
Bürgerverein gegründet, der neue Verein machte sich für ein
Dorfgemeinschaftshaus stark. Im gleichen Jahre waren die
Bürgermeisterwahlen in Allendorf, der CDU-Kandidat
Frese besuchte als erstes
Osterfeld und versprach einen Ortsbeirat und ein
Dorfgemeinschaftshaus. Der neue Bürgermeister Claus Junghenn
realisierte das Dorfgemeinschaftshaus, es war das erste
große Bauprojekt seiner Amtszeit. 2001 fanden im März die Wahlen zum ersten Ortsbeirat statt, im August war die feierliche Einweihung des neuen Dorfgemeinschaftshauses.
BU 1: Dieses Foto entstand beim Bau der Straße zum Osterfeld in den dreißiger Jahren.
BU 2: Die Osterfelder Landstraße mit einem Heuwagen im Jahre 1958 kurz vor dem alten Dorfeingang. Die heutigen Häuser rechts im Vordergrund und auf der „Kanzlei“ und den anderen neuen Baugebieten im Hintergrund standen alle noch nicht.
BU 3: In den 50er und anfangs der 60er Jahre waren die Kinderfeste der Kirchengemeinde in Osterfeld sehr beliebt, hier ein Bild aus dem Jahr 1961. (Repros:Strieder) |